Polizei würdigt BADS-Tagungsband „Verkehrseignung Senioren“

Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr setzt damit deutliche Impulse

Hamburg (nr). Die im vorigen Jahr vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) herausgegebene Publikation „Verkehrseignung – Senioren“ ist jetzt von der Fachzeitschrift Polizei in einer Rezension gewürdigt worden.

Das Buch sei „ein Solitär in der Fachliteratur, dessen Thematik bislang in dieser fachlichen Breite und Tiefe so nicht zu finden war“ heißt es in der Buchbesprechung von Prof. Dr. jur. Dieter Müller aus Halle (Saale). 

Der Präsident des BADS, Helmut Trentmann, sieht in der Würdigung, die dem Tagungsband darüberhinaus ein tiefes Verständnis aller Autorinnen und Autoren für die ethisch nicht einfach zu erfassende Thematik attestiert, den Beweis dafür, wie ernst der BADS in seiner Prävention zur Verkehrssicherheit auch die älteren Menschen einbezieht. „Wir haben mit dem Symposium, das gemeinsam mit der Hochschule der Polizei in Nienburg/Weser veranstaltet wurde, ein weiteres deutliches Zeichen für die Relevanz unserer Arbeit gesetzt und freuen uns umso mehr über die Rezension“, so der Präsident.

Er verwies in diesem Zusammenhang noch einmal darauf, dass angesichts der demografischen Entwicklung verkehrspolitischer Handlungsdruck gegeben sei. Der  altersbedingte Leistungsabbau verlaufe in motorischer, kognitiver und sensorischer Hinsicht individuell  sehr unterschiedlich. „Mit gezielten Trainingsprogrammen wie sie auch auf dem Symposium vermittelt wurden, kann man jedoch Leistungseinbußen entgegenwirken, wobei insbesondere die Eigeninitiative jedes Verkehrsteilnehmers gestärkt werden muss“, so der Präsident weiter. Grundkonsenz der Teilnehmer des Symposiums war, dass ein striktes Festhalten an Altersgrenzen – wie z.B. 60+ –  einer angemessenen Lösung der anstehenden Fragen nicht gerecht wird. „Für uns vom BADS darf die Beurteilung der Fahreignung nicht von Altersgrenzen abhängig sein“, sagte Trentmann.

Der Tagungsband „Verkehrseignung Senioren“ – erschienen im  Pabst Verlag, 1. Auflage 2023, 264 S. ISBN : 978-3-95853-876-4, ist auch zu beziehen bei der Bundesgeschäftsstelle des BADS, Hansastraße 13 in 20149 Hamburg.

Teile diesen Beitrag:

Weitere Beiträge

JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

Weiterlesen