Verschärfte Regeln bei Alkohol auf Zweirädern gefordert

Verschärfte Regeln bei Alkohol auf Zweirädern gefordert

BADS unterstützt die Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages

Goslar (nr). An jedem zweiten Alkoholunfall in Deutschland war im Jahr 2024 ein Fahrrad, Pedelec oder E-Scooter beteiligt. Für den jetzt in Goslar tagenden Verkehrsgerichtstag (VGT) zum zweiten Mal nach 2015 Anlass, sich in einem Arbeitskreis mit dem Thema zu beschäftigen.

Der Arbeitskreis spricht sich in seiner Empfehlung dafür aus, einen Bußgeldtatbestand einzuführen, mit welchem das Führen eines Fahrrades bzw. Pedelecs unter dem Einfluss einer bestimmten Alkoholmenge als Ordnungswidrigkeit sanktioniert wird. Orientiert an wissenschaftlichen Erkenntnissen soll der Alkoholgrenzwert in diesem neuen Bußgeldtatbestand bei 1,1 Promille Blutalkohol bzw. 0,55 mg/l Atemalkohol liegen.

„Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr unterstützt diese Forderung mit Nachdruck“, sagt Präsident Helmut Trentmann. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die deutlich gestiegene Nutzung der Zweiräder, zu denen sowohl Fahrräder, Pedelecs und E-Scooter zählen.

„Die gestiegenen Unfallzahlen mit zum Teil sehr gravierenden Folgen für die Geschädigten zwingen zu schärferen Regelungen. Es ist belegt, dass das Fahrrad in vielen Fällen als Alternative zum Kfz. genutzt wird, wenn Alkohol in größeren Mengen getrunken wird“, so Trentmann. Diese vermehrte Nutzung von Fahrrädern durch alkoholisierte Fahrer führe zu einer verstärkten Gefahrensituation.

„Wir fordern deshalb vom Gesetzgeber die Regeländerung so schnell wie möglich umzusetzen und die vom VGT empfohlene Sanktion von 250 € unbedingt zu übernehmen, ebenso muss ein Eintrag in Flensburg erfolgen. Für Wiederholungstäter hält der BADS auch die Anordnung einer MPU (Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) für erforderlich.“

Für den BADS seien die Empfehlungen ein weiterer Anlass, seine Präventionsarbeit auch verstärkt auf die Gefahren durch Alkohol auf Fahrrädern und Pedelecs auszurichten. „Dazu halten wir in unseren 21 Landessektionen eine breite Palette bereit. In diesem Zusammenhang ist auch unser E-Scootersimulator hervorragend geeignet, eigene Erfahrungen zu sammeln“, sagte Trentmann abschließend.

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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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