Tagungsband zum Symposium „Cannabis – eine Gefahr für die Verkehrssicherheit (?)“ veröffentlicht.

Im Jahr 2024 traten die von der Ampel-Koalition auf den Weg gebrachten und vom Bundestag beschlossenen umfänglichen gesetzlichen Regelungen zur Teillegalisierung von Cannabis in Kraft. Für den Bereich des Straßenverkehrs wurde u.a. der Grenzwert für Cannabis angehoben und zugleich ein neuer Grenzwert für den Mischkonsum von Cannabis und Alkohol festgelegt.

Seither ist die Diskussion sowohl im politischen wie auch im wissenschaftlichen Bereich nicht zur Ruhe gekommen. Für den Bereich des Verkehrsrechts wird vor allem kritisiert, dass der nun weniger strenge Grenzwert für Cannabis wissenschaftlich nicht fundiert sei, die Verfolgung von Cannabisdelikten regional unterschiedlich gehandhabt werde oder verlässliche Cannabis-Vortests für die Öffentlichkeit nicht verfügbar seien. Für Konsumenten von Cannabis böten sich angesichts der jetzigen Gesetzeslage zudem leichte Möglichkeiten, Cannabis über zweifelhafte Online-Verschreibungen zu erhalten. Das sog. Medikamentenprivileg gehöre abgeschafft, zumindest aber erheblich eingeschränkt. Hinsichtlich des Mischkonsums von Cannabis und Alkohol seien zudem die erheblichen Gefahren vom Gesetzgeber noch nicht erkannt und der Grenzwert viel zu niedrig angesetzt worden.

Auf Grund dieser Diskussionen hat der BADS am 21. November 2025, in Koblenz, ein Symposium zum Themenkomplex mit vielen namhaften Referentinnen und Referenten durchgeführt. Unbestritten ist, dass hinsichtlich der Gefahren von Cannabis und Alkohol für die Verkehrssicherheit noch ein erheblicher Forschungsbedarf besteht. Die im Symposium diskutierten Aspekte werden nun in einem Tagungsband des Pabst-Verlages veröffentlicht.

Der vorliegende Reader bietet insoweit einen hervorragenden Einblick in den aktuellen Forschungsstand und zeigt zugleich auch Forschungslücken auf. Als Zwischenstand lässt sich u.a. festhalten, dass aus wissenschaftlicher Sicht die bei einem Mischkonsum von Cannabis und Alkohol vorhandenen Gefahren für die Verkehrssicherheit keineswegs unerheblich sind. Insoweit ist nicht nur eine qualifizierte Präventionsarbeit durch Aufklärung, sondern auch eine strengere gesetzliche Regelung erforderlich. Zudem sollte es für den Gesetzgeber ein wichtiges Anliegen sein, Missbrauchsmöglichkeiten des Medikamentenprivilegs zu unterbinden.

Weitere Infos zum Tagungsband und eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier:

https://bit.ly/4wF9x38

Eine Leseprobe mit den Themen 

 

  • Vorgehensweise bei Straftaten und Ordnungs-widrigkeiten im Zusammenhang mit Cannabis im Straßenverkehr im Saarland
  • Erste Ergebnisse zum Abgleich von Speichel-Vortests mit Blutanalysen

finden sie hier:

https://bit.ly/4ukcvIx

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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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