„Ein Glücksfall für die Verkehrssicherheit“

BADS verleiht Goldene Ehrennadel an Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus Püschel

Hamburg (nr). Der Seniorprofessor und ehemalige Leiter des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Prof. Dr. Klaus Püschel, ist vom Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet worden.

Bei der Verleihung der Nadel in Hamburg bezeichnete der Präsident des BADS, Helmut Trentmann, den Geehrten als einen Glücksfall für die Verkehrssicherheit. Unter den Rechtsmedizinern des BADS habe Püschel mit seinen fachlichen Beiträgen maßgeblich den Kurs des BADS mitbestimmt. „So hat er u.a. in mittlerweile 13 Symposien zur Verkehrseignung organisatorisch und inhaltlich entscheidend zum hohen fachlichen Ansehen des BADS beigetragen.“ Er werde – obwohl mittlerweile schon mehrere Jahre im Ruhestand – nicht müde, diese Arbeit fortzusetzen: Das 14. Symposium Ende des Jahres 2026 sei schon in fester Planung, sagte der Präsident.

Seit vielen Jahren ist Prof. Püschel, der 2013 in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina gewählt wurde, zudem Mitglied der Schriftleitung der vom BADS herausgegebenen international anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschrift BLUTALKOHOL. „Hier verantwortet er den naturwissenschaftlichen Bereich der Zeitschrift und hat  nicht nur für die gehobene Qualität der veröffentlichten Fachartikel und die Bindung anerkannter Autoren gesorgt, sondern auch mit eigenen Beiträgen (zuletzt im Jahr 2025 mit einer Veröffentlichung zu „Krankheit und Straßenverkehr“ – Mehr Konsequenzen bei der ärztlichen Aufklärung erforderlich“) zum gehobenen Niveau der Zeitschrift entscheidend beigetragen“, so Trentmann abschließend.

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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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