Cannabis auch weiterhin eine Gefahr für die Verkehrssicherheit

Empfehlungen des Verkehrsgerichtstages(VGT) belegen entstandene Problemfelder
Goslar/Hamburg(nr.) Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) hatte schon während des Gesetzgebungsverfahrens zum Cannabiskonsum immer wieder darauf hingewiesen, dass die Erhöhung des THC-Grenzwertes erhebliche Gefahren für die Verkehrssicherheit mit sich bringen würde. Im von Prof. Dr. Thomas Daldrup (Mitglied im BADS) geleiteten Arbeitskreis I des VGT, der sich in Goslar mit dem Cannabis-Missbrauch im Straßenverkehr beschäftigt hat, wurde deutlich, welche Schwierigkeiten die Polizei in diesem Zusammenhang bei der Kontrolle von Verkehrsteilnehmern zu bewältigen hat. Unter anderem stelle sich die praktische Kontrolle im Zusammenhang mit dem Mischkonsum, also dem gleichzeitigen Konsum von Cannabis und anderen berauschenden Mitteln (sogenannter Mischkonsum) sowie Medizinalkcannabis als äußerst problematisch dar.
Deshalb unterstützt der BADS durch seinen Präsidenten Helmut Trentmann nachdrücklich die Empfehlungen des Arbeitskreises, bei diesem Mischkonsum die Nulltoleranz analog zu den schon geltenden Bestimmungen für Fahranfänger festzulegen. “Gerade beim Mischkonsum führen die Wechselwirkungen der einzelnen Substanzen zu einer noch deutlicheren Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit. Wenn wir die Vision Zero im Auge haben, sind unbeeinflusste Fahrzeugführer im Strassenverkehr unerlässlich”, so Trentmann. Darüberhinaus begrüße der BADS auch die weiteren Empfehlungen des AK1 zu den Fragen der Fahrerlaubnisverordnung einschließlich der Leitlinien für die Begutachtung einer Fahreignung.
“Wir vom BADS sehen uns mit unseren schon seit Jahrzehnten praktizierten Präventionsmaßnahmen- und Aufklärungsangeboten durch die Empfehlungen des Arbeitskreises
bestätigt und nehmen unseren Auftrag zur Verkehrssicherheit auch durch die Anforderungen der unübersichtlichen Rechtslage nach der Teilfreigabe von Cannabis unermüdlich wahr”, so der BADS-Präsident abschließend.
Originaltext
Empfehlung Arbeitskreis I CANNABIS-MISSBRAUCH IM STRASSENVERKEHR
Die Erhöhung des THC-Grenzwertes birgt Gefahren für die Verkehrssicherheit und zahlreiche Probleme für die Arbeit von Polizei, Fahrerlaubnisbehörden und Begutachtungsstellen:

  1. Bezüglich des Mischkonsum von Cannabis incl. Medizinalcannabis und Alkohol sollte der Gesetzgeber im Straßenverkehrsgesetz eine Nulltoleranz festlegen, analog zu Fahranfängern.
  2. Der Arbeitskreis empfiehlt die Aufnahme des Mischkonsums (Cannabis und Alkohol) in die Anlage 4 der Fahrerlaubnisverordnung (FEV) aufgrund der unvorhersehbaren Gefahren
    der Wechselwirkung.
  3. Der Arbeitskreis fordert eine zügige Anpassung der Begutachtungsrichtlinien zum Thema Cannabis an die aktuellen wissenschaftlichen Standards, um die neue Realität
    des Freizeitkonsums abzubilden.
  4. Bei Ersttätern geht der Arbeitskreis von Cannabismissbrauch aus, wenn Zusatztatsachen vorliegen, die erwarten lassen, dass künftig nicht zwischen
    Konsum und Fahren getrennt wird. Diese Zusatztatsachen sind vom Gesetzgeber zu definieren. Sie kommen u.a. aus dem Konsummuster, dem Vortatgeschehen oder aus den
    Umständen des Tatgeschehens.
  5. Der Arbeitskreis fordert die Bundesregierung bzw. den Gesetzgeber dringend auf, die zeitnahe Entwicklung von verdachtsausschließenden Vortestmöglichkeiten hinsichtlich
    der verschiedenen aktuellen Grenzwerte zu unterstützen.
  6. Der Arbeitskreis begrüßt das Vorhaben des Gesetzgebers, bei Gefahrguttransporten THC-Nüchternheit festzulegen.
  7. Der Arbeitskreis fordert, zur nötigen Fortentwicklung der Vision Zero die Aufklärungsmaßnahmen bezüglich der Risiken des Cannabiskonsums für die
    Verkehrssicherheit sowie der geltenden Rechtslage erheblich zu intensivieren.
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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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