„Alkoholverbot im Straßenverkehr stärker im Bewusstsein verankern“

BADS-Präsident Helmut Trentmann zur laufenden Aktionswoche Alkohol

Hamburg (nr). Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) begrüßt die Forderung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, (DVR) im Straßenverkehr ein absolutes Alkoholverbot gesetzlich zu verankern. Sie war zum Start der laufenden „Aktionswoche Alkohol“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) veröffentlicht worden.

„Mit dieser Forderung sind wir schon seit vielen Jahren Vorreiter auf dem Gebiet für mehr Verkehrssicherheit in Deutschland“, hatte BADS-Präsident Helmut Trentmann bereits im April in einer Pressemitteilung verlauten lassen und beklagt, dass es erstaunlich sei, dass die jährlich vorgelegte Unfallstatistik mit immer noch zu vielen Toten und Schwerverletzten zwar von allen Seiten beklagt werde, in Richtung eines absoluten Verbotes sich aber nur wenig tue. „Bewusstseinsänderungen in Politik und Gesellschaft werden einerseits forciert, Einfluss in die Gesetze findet aber der vielzitierte Konsens nur zögerlich bis gar nicht“, sagte Trentmann weiter.

Ein Umdenken in der Politik sehe man aber in der Niedersächsischen Landesregierung. „Hier hat Gesundheitsminister Andreas Philippi im April einen Vorstoß unternommen und sich vehement für Null-Toleranz-Regelungen im Straßenverkehr ausgesprochen. Seine Forderung, dass Autofahrer weder unter Alkohol- noch unter Cannabis-Einfluss stehen dürfen, unterstützen wir voll und ganz“, so Helmut Trentmann. Der BADS sei wie der DVR dafür, in diesem Sinne den § 24a des Straßenverkehrsgesetzes (STVG) entsprechend zu ändern. Trentmann verwies zudem auf die Empfehlungen des diesjährigen Deutschen Verkehrsgerichtstages, in denen auch Änderungen für Nutzer von Pedelecs und E-Scootern gefordert werden, die der BADS mittrage.

Der BADS wird im Dezember 2026 im viel beachteten Tagungsort Bad Boll ein wissenschaftliches Symposium zum problematischen Konsum von Rauschmitteln bei Radfahrenden veranstalten. Entsprechende Einzelheiten werden nach dem Sommer veröffentlicht.

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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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