Schon ein Glas Glühwein kann Folgen haben

BADS zu feuchtfröhlichem Trinken auf Weihnachtsmärkten

Hamburg (nr.) „Ein Gläschen in Ehren, kann niemand verwehren“. Dieser abgewandelte Spruch erfährt in den Vorweihnachtstagen wieder an Bedeutung, wenn die Weihnachtsmärkte zu Punsch, Grog oder Glühwein einladen. Feuchtfröhliche Runden heben dann die Stimmung. Dabei steigt der Alkohol auch schnell zu Kopf und beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit.

„Glühwein ja, – Hände am Steuer oder am Lenker eines E-Scooters aber nein“, sagt deshalb BADS-Präsident Helmut Trentmann und verweist darauf, dass alkoholisierte Heißgetränke durch Zucker und Wärme schneller in die Blutbahn gelangen. „Die Fahrtüchtigkeit nimmt vom ersten Schluck an ab, die Unfallgefahr dadurch zu.“ Auch wenn man vor dem Alkoholgenuss etwas gegessen habe, werde zwar die Alkoholaufnahme verlangsamt, die Fahrtüchtigkeit jedoch trotzdem eingeschränkt. „Im Umfeld von Weihnachtsmärkten kann man vielfach Taxen ordern oder den öffentlichen Nachverkehr nutzen, so spreche dann nichts gegen das eingangs zitierte „Gläschen“.

Helmut Trentmann verweist in diesem Zusammenhang noch einmal auf die gültige Rechtslage. „Bereits ab 0,3 Promille im Blut können alkoholbedingte Fahrfehler zu weitreichenden Konsequenzen – auch bei E-Scootern – führen.“ Ab 0,5 Promille handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, unabhängig davon, ob der Fahrer  Ausfallerscheinungen hatte oder beisipielsweise in Schlangenlinien gefahren war. Eine absolute Fahruntüchtigkeit bestehe ab 1,1 Promille und werde als Straftat geahndet.

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JMF-Burglengenfeld

Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.

In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]

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