Die Landessektion Hamburg führt durch Referenten aus dem juristischen, medizinischen und verkehrspsychologischen Bereich fortlaufend Informationsveranstaltungen zu Fragen des Alkohol- und Drogenmissbrauchs und deren Gefahren im Straßenverkehr durch.
Näheres teilt dazu auf Nachfrage die Geschäftsstelle des BADS Hamburg mit.
Besonders eng arbeitet der BADS Hamburg mit dem Hamburger Institut für Rechtsmedizin (IfR) zusammen. Großen Raum nehmen insoweit Präventionsveranstaltungen zu den Gefahren von Alkohol im Straßenverkehr ein. Neben kurzen Fachreferaten mit anschließender Diskussion werden ergänzend kontrollierte Selbsterfahrungsversuche angeboten, in denen der Zusammenhang zwischen eigenem Alkoholkonsum, der erreichten Blutalkoholkonzentration und sich daraus für das Reaktionsverhalten ergebende Konsequenzen verdeutlicht werden. Die nach den Veranstaltungen in Fragenbögen von den Teilnehmern gegebenen Rückmeldungen bestätigen den hohen Erfahrungs- und Informationswert dieser Versuche. Dabei wird der Nutzen sowohl für die berufliche Tätigkeit als auch für den privaten Bereich immer wieder hervorgehoben, insbesondere die Reflektion des eigenen Umgangs mit Alkohol. Alle Teilnehmer erhalten so zeitnah wie möglich eine zusammenfassende Auswertung, in der auch weitere individuelle Hinweise eingearbeitet werden.
Darüber hinaus führt der BADS Hamburg insbesondere in Kooperation mit dem BADS Schleswig-Holstein Präventionsveranstaltungen mit einem Fahrsimulator durch. Mit diesem Fahrzeug, einem PKW Smart, kann die Testperson in nüchternem Zustand die negativen Auswirkungen von Alkohol auf das eigene Seh- und Reaktionsvermögen im Straßenverkehr erfahren. Mit den verwendeten Simulationsprogrammen lassen sich die Auswirkungen unterschiedlicher Promillewerte auf die Fahrtauglichkeit realitätsnah demonstrieren. Der Einsatz von Fahrsimulatoren wird vor allem bei sog. Verkehrssicherheitstagen von Behörden und privaten Unternehmen sehr geschätzt.
JMF-Burglengenfeld
Wie gefährlich Alkohol und THC im Straßenverkehr sein können, erfuhren die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums Burglengenfeld auf besonders eindrucksvolle Weise. An zwei Tagen waren Referenten des BADS (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr) zu Gast und gestalteten für jede der vier 11. Klassen ein zweistündiges Präventionsprogramm, das Theorie und Praxis auf beeindruckende Weise miteinander verband.
Am ersten Veranstaltungstag begrüßte das JMF-Gymnasium Jorg Losse und Günter Losse, am zweiten Tag Manfred Stielper und Jürgen Reithmeier. Die Referenten brachten dabei einen großen Erfahrungsschatz aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Verkehrsprävention und – größtenteils – aus dem Polizeidienst mit.
In der ersten Unterrichtsstunde vermittelten die Referenten anschaulich die rechtlichen Grundlagen rund um Alkohol- und THC-Konsum im Straßenverkehr. Besonders eindrucksvoll waren ihre Berichte über reale Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol eine entscheidende Rolle spielte. Im Veranstaltungsraum wurde es spürbar still, als die Referenten die oft tragischen Folgen von Alkohol am Steuer schilderten. Schnell wurde deutlich, dass eine einzige falsche Entscheidung ausreichen kann, um das Leben vieler Menschen für immer zu verändern. Während des gesamten Vortrags zeigten sich die Schülerinnen und Schüler äußerst aufmerksam und interessiert. Immer wieder entwickelten sich Gespräche, bei denen Fragen gestellt und persönliche Eindrücke ausgetauscht wurden.
In der zweiten Unterrichtsstunde wurde das Gelernte unmittelbar erlebbar: An einem modernen Fahrsimulator absolvierten die Jugendlichen zunächst eine normale Autofahrt, bevor sie dieselben Szenarien unter simuliertem Alkoholeinfluss meisterten. Ob bei Nacht, auf verschneiten Straßen, auf Landstraßen oder im Stadtverkehr – schnell wurde deutlich, wie stark Alkohol Reaktionsvermögen, Konzentration und Fahrverhalten beeinträchtigt.
Parallel dazu konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Reaktionsfähigkeit an sogenannten BlazePods testen – einem Reaktionsspiel, bei dem zufällig aufleuchtende Sensoren möglichst schnell mit dem Fuß ausgeschaltet werden müssen. Die Übung wurde zunächst ohne, anschließend mit Rauschbrillen durchgeführt, die unterschiedliche Alkoholpegel simulieren. Das Ergebnis sprach für sich: Mit den Rauschbrillen sank die Trefferquote im Durchschnitt auf etwa die Hälfte. So wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark bereits ein vermeintlich geringer Rausch Reaktionsvermögen und Koordination beeinträchtigen kann.
Lehrkraft E. Aggül zeigte sich von der Veranstaltung begeistert: „Der Fahrsimulator war weit mehr als nur eine spannende Erfahrung – er hat unseren Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll gezeigt, welche Folgen Alkohol im Straßenverkehr haben kann. Als Lehrkraft war ich begeistert: praxisnah, eindrucksvoll und mit einem nachhaltigen Lerneffekt. So sieht moderne Präventionsarbeit aus.“
Auch bei den Schülerinnen und Schülern hinterließ das Projekt bleibenden Eindruck. Eine Schülerin der 11. Jahrgangsstufe fasste ihre Erfahrungen so zusammen „Ich wusste schon, dass Alkohol am Steuer gefährlich ist. Aber im Simulator hat man erst richtig gemerkt, wie schnell man die Kontrolle verliert. Nach heute ist für mich klar: Ich steige sicher nicht zu jemandem ins Auto, der getrunken hat – und ich fahre auch nie, wenn ich Alkohol getrunken habe.“
Die beiden Präventionstage machten eindrucksvoll deutlich, dass Verkehrssicherheit nicht allein durch Regeln entsteht, sondern vor allem durch Verantwortungsbewusstsein. Das JMF-Gymnasium bedankt sich herzlich bei den Referenten des BADS für ihr großes Engagement und ihren wichtigen Beitrag zur Prävention.
T. Beck [Schuljahr 2025/26]